Wolfgang Hofmann live – Wolfgang erzählt seinen Ötztaler
Ach ja: Wie ich immer nach dem Ötzi sage:
Ich fahre den n i e w i e d e r !!!
Ich hatte heuer vor dem Start zum Ötztaler Radmarathon (238km, 5500Hm) gar kein gutes Gefühl. Meine Vorbereitung und die Startvoraussetzungen waren alles andere als gut, um diese Mammutdistanz zu bewältigen: kaum lange Trainingseinheiten, 3 Stunden Schlaf und eine lange Anreise am Vortag. Dazu kam dann noch die relativ schlechte Wettervorhersage und (ganz leichter) Schneefall am Vorabend in Sölden und noch der Stress mit meiner Startnummer, da ich angeblich abgemeldet war...
Egal, am Sonntag um 6.30 Uhr, 5 Grad Celsius: Startaufstellung, Start aus dem 1.Block. Denkste! Der Ordner machte mich darauf aufmerksam, dass ich keine "gelbe" Markierung an der Startnummer habe und somit nicht aus dem 1.Block starten durfte, obwohl ich bei meinem letzten Ötzi Start deutlich unter 8 Stunden war! Sch..... !!! Start 6.45 Uhr, ab geht´s zunächst bergab bis Ötz und dann ins Kühtai. Ich konnte mich heuer ganz vorne einreihen und somit dem Gedränge in der ersten Rampe zum Kühtai aus dem Weg gehen. Nach ca. 2km wollte ich mit dem Tempo der Spitzengruppe nicht mitgehen und lies ca. ein Loch von 100m reissen. Kühtai Passhöhe: ca. 3 Grad aber Sonnenschein, Lücke zur Spitzengruppe konstant geblieben. In der Abfahrt fuhr die ca. 40 Mann starke Gruppe dann ausser Sichtweite. Unten im Inntal waren wir dann zu siebt in einer Gruppe, in der aber keiner richtig Tempo machen wollte und sah so meine Chancen schwinden, nochmals bis ganz vorne aufzuschliessen. Doch in der Auffahrt zum Brenner konnten wir die Spitzengruppe auffahren. Das Tempo war sehr gemächlich und ich fühlte mich super, so dass ich eine Tempoverschärfung durchführte. Peter Nimmrichter folgte mir und wenig später schloss auch Jörg Ludewig (ehem. Saeco Profi) auf. Wir harmonierten super und konnten einen beträchtlichen Vorsprung herausfahren. Die Ortsdurchfahrten durch Steinach und Matrei, waren dann mit das Geilste was ich bis jetzt erlebt habe: Mit Polizeisirenen, Begleitmotorrad und applaudierenden Zuschauern rasten wir mit bis zu 50 km/h dem Brenner entgegen. Ich hatte das, was Läufer wohl einen "Runners High" nennen. Auf diesen Runners High folgte dann die Ernüchterung. "Lude" zog in der Abfahrt vom Brenner unwiderstehlich davon und ich merkte, dass ich wohl total überzogen hatte. Ab dem Jaufenpass beginnt das Rennen von Neuem und es dauerte nicht lange, bis ich und Peter von hinten erbarmungslos aufgefahren wurden. Ich fahr eigentlich ja immer nur Bergsprints bis max. 30km und somit fehlt mir auf so langen Distanzen die Erfahrung und das Gefühl, wie viel noch drin ist. Somit nahm ich Tempo heraus, um später am Timmelsjoch nicht total einzubrechen. Wie sich später herausstellte, wohl doch zuviel herausgenommen: Ich verlor fast 15min auf die Besten. Nach der Abfahrt vom Jaufenpass mit einigen gefährlichen Kurven und Längsrissen kam das Stück, vor dem ich immer in die Hosen mache: Das wellige Profil von St. Leonhard bis zur eigentlichen Auffahrt zum Timmelsjoch und die hohen Temperaturen (heuer geschätzte 25 Grad Celsius). Spätestens ab jetzt fährt jeder sein eigenes Rennen, da geht´s (zumindest für mich) nur noch ums Überleben. Auf diesem Teilstück geht bei mir erfahrungsgemäss gar nix. So auch dieses Mal. Ich hatte das Gefühl nicht vom Fleck weg zu kommen und meine Mitstreiter enteilten mir.
Ich wollte annähernd an die Zeit meines letzten Ötzis (7:35h) kommen, was mir im Moment aber unmöglich erschien. Irgendwie "derappelte" ich mich doch wieder: 2 Redbull und ein paar Schluck Cola weckten meine Lebensgeister und ich konnte wieder so etwas wie einen Rhythmus in den steileren Passagen des Timmelsjoch fahren. Ab jetzt zählte ich nur noch die Kilometer bis zur Passhöhe herunter: Noch 10, 9, 8, ..., 1km. Ich bin den Ötzi bestimmt schon 5mal gefahren, aber immer im letzten Tunnel vor der Passhöhe breche ich in Tränen aus und es durchfährt mich ein Gefühl, das ich nicht beschreiben kann. Vielleicht ist es nur die Erleichterung es endlich geschafft zu haben... Es sind gerade die Gegensätze, die den Ötzi so interssant machen: Kälte und Hitze, Rauf und Runter, Stimmungstiefs und Stimmungshochs. So ist er halt der Ötzi. Meine Zeit: 7:38:41 und 31. Gesamt (Klasse Platz 15).
Ach ja und nochmals
Wie ich immer nach dem Ötzi sage: Ich fahre den n i e w i e d e r !!!
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Übergabe der RRV Spende 2011 an das soziale Projekt - Verantwortung leben – der Familie Werndl und des Aubenhausenteams





